Eine Hochzeit im Sommer hat ihren ganz besonderen Reiz: lange Tage, warme Abende, Feiern unter freiem Himmel und die Aussicht auf traumhafte Hochzeitsfotos im schönsten Sonnenlicht. Nicht ohne Grund gehören die Sommermonate zu den beliebtesten Zeiten zum Heiraten.
Doch was für Urlaubsstimmung sorgt, kann bei einer Hochzeit schnell zur Herausforderung werden. Temperaturen jenseits der 30 Grad, intensive Sonneneinstrahlung oder schwüle Luft können für euch und eure Gäste anstrengend werden. Besonders dann, wenn Trauung, Agape oder Feier teilweise im Freien stattfinden.
Mit der richtigen Planung ist das aber kein Grund, auf eine Sommerhochzeit zu verzichten. Viele kleine Entscheidungen können dafür sorgen, dass ihr auch einen heißen Hochzeitstag entspannt genießen könnt.

Die Hitze schon bei der Hochzeitsplanung berücksichtigen
Natürlich lässt sich Monate im Voraus nicht wissen, welches Wetter euch an eurem Hochzeitstag erwartet. Gerade bei einer Hochzeit im Juli oder August solltest du hohe Temperaturen aber von Anfang an als mögliche Wetterlage berücksichtigen.
Ähnlich wie ein Plan B für Regen gehört deshalb auch ein kleiner „Hitzeplan“ zur Vorbereitung einer Sommerhochzeit.
Überlege gemeinsam mit eurer Location und euren Dienstleistern, welche Bereiche Schatten bieten, welche Räume klimatisiert oder zumindest gut belüftet sind und welche Möglichkeiten es gibt, Programmpunkte bei Bedarf kurzfristig anzupassen.
Das bedeutet nicht, dass du deine gesamte Hochzeit auf einen möglichen Hitzetag ausrichten musst. Oft reichen bereits einige gut vorbereitete Alternativen, um bei hohen Temperaturen flexibel reagieren zu können.
Schatten ist bei einer Sommerhochzeit besonders wichtig
Eine freie Trauung auf einer sonnigen Wiese kann wunderschön aussehen. Bei 32 Grad und direkter Mittagssonne wird sie für Gäste allerdings schnell unangenehm.
Achte deshalb darauf, dass insbesondere längere Programmpunkte möglichst im Schatten stattfinden. Sonnenschirme, Sonnensegel, Pavillons oder natürliche Schattenplätze unter Bäumen können dabei helfen.
Besonders wichtig ist das für ältere Gäste, Kinder und Menschen, die Hitze weniger gut vertragen.
Auch bei einer Agape oder einem Sektempfang solltest du ausreichend schattige Plätze einplanen. Niemand möchte eine Stunde mit einem Glas Sekt in der prallen Sonne stehen.
Wenn eure Location verschiedene Außenbereiche bietet, lohnt es sich außerdem, vorab zu klären, wie sich der Sonnenstand im Laufe des Tages verändert. Ein Platz, der bei der Besichtigung am Vormittag angenehm schattig ist, kann am Nachmittag vollständig in der Sonne liegen.
Den Tagesablauf an die Temperaturen anpassen
Bei einer Sommerhochzeit lohnt es sich, auch die Uhrzeit der einzelnen Programmpunkte genauer zu betrachten. Die heißesten Stunden des Tages liegen üblicherweise am Nachmittag – genau dann, wenn bei vielen Hochzeiten Trauung, Gratulationen und Agape stattfinden.
Wenn es organisatorisch möglich ist, kann eine etwas spätere Trauung deshalb eine gute Entscheidung sein. Gerade eine freie Trauung am späten Nachmittag kann im Sommer deutlich angenehmer sein als eine Zeremonie mitten in der größten Hitze.
Auch das Paarshooting muss nicht zwingend direkt nach der Trauung stattfinden. Viele Fotografen nutzen im Sommer ohnehin gerne das weichere Licht am späteren Nachmittag oder Abend.
Das kann gleich zwei Vorteile haben: angenehmere Temperaturen und besonders schönes Licht für eure Hochzeitsfotos.

Ausreichend Wasser für euch und eure Gäste
Dieser Punkt klingt selbstverständlich, wird bei Hochzeiten aber erstaunlich leicht unterschätzt: Bei hohen Temperaturen sollte jederzeit ausreichend Wasser verfügbar sein.
Idealerweise müssen Gäste nicht erst zur Bar gehen und nach einem Glas Wasser fragen. Getränkestationen mit Wasser können nicht nur praktisch sein, sondern auch optisch schön in eure Hochzeit integriert werden.
Besonders bei der Trauung oder bei längeren Aufenthalten im Freien sollten Getränke leicht erreichbar sein.
Denke dabei auch an euch selbst. Zwischen Getting Ready, Trauung, Gratulationen, Fotos und Gesprächen mit euren Gästen vergeht die Zeit unglaublich schnell. Braut und Bräutigam vergessen dabei nicht selten, selbst genug zu trinken.
Ein kleiner Tipp: Bittet eure Trauzeugen oder eine andere vertraute Person, zwischendurch darauf zu achten, dass ihr regelmäßig etwas trinkt.
Alkohol und Hitze sind keine ideale Kombination
Ein Glas Sekt zur Agape, ein kühles Bier oder ein sommerlicher Cocktail gehören für viele Gäste zu einer Hochzeit dazu. Bei großer Hitze wirkt Alkohol allerdings stärker und kann den Kreislauf zusätzlich belasten.
Umso wichtiger ist es, attraktive alkoholfreie Alternativen anzubieten.
Infused Water mit Zitrone, Minze oder Beeren, hausgemachte Limonaden, alkoholfreie Cocktails oder gekühlte Säfte können gerade bei einer Sommerhochzeit wunderbar zum Konzept passen.
Eine schöne Getränkeauswahl sorgt dafür, dass Wasser und alkoholfreie Getränke nicht nur als Alternative wahrgenommen werden, sondern ganz selbstverständlich Teil eurer Feier sind.
Leichtes Essen passt besser zu heißen Tagen
Auch beim Hochzeitsmenü lohnt es sich, die Jahreszeit zu berücksichtigen. Ein sehr schweres Menü kann bei hohen Temperaturen schnell zu viel werden.
Sommerliche Vorspeisen, Salate, leichte Hauptgerichte, saisonales Gemüse und frische Früchte passen hervorragend zu einer Hochzeit an einem warmen Tag. Das bedeutet natürlich nicht, dass ihr auf euer Wunschmenü verzichten müsst.
Besprecht mit eurer Location oder eurem Catering, welche Speisen sich für eine Sommerhochzeit besonders gut eignen.
Auch beim Dessert gibt es viele Möglichkeiten: frische Früchte, Sorbets oder leichte Desserts können eine schöne Ergänzung zur klassischen Hochzeitstorte sein.
Apropos Hochzeitstorte: Bei großer Hitze sollte diese möglichst lange gekühlt aufbewahrt werden. Buttercreme, Sahne, Schokolade und bestimmte Dekorationen reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen. Klärt deshalb mit eurer Konditorei und Location, wann und wo die Torte gelagert und präsentiert wird.

Kleidung: schön feiern, ohne zu überhitzen
Beim Hochzeitsoutfit steht natürlich in erster Linie im Mittelpunkt, worin ihr euch wohlfühlt. Wenn ihr im Hochsommer heiratet, können Material und Schnitt aber einen großen Unterschied machen.
Leichte und atmungsaktive Stoffe sind bei hohen Temperaturen angenehmer. Das gilt sowohl für das Brautkleid als auch für den Anzug.
Für den Bräutigam kann beispielsweise ein leichter Sommeranzug angenehmer sein als ein schwerer Stoff. Und spätestens nach dem offiziellen Teil darf das Sakko bei vielen Hochzeiten ohnehin verschwinden.
Auch eure Gäste freuen sich möglicherweise über einen kleinen Hinweis zum Dresscode. Wenn große Teile der Hochzeit im Freien stattfinden, könnt ihr das bereits auf der Hochzeitseinladung oder eurer Hochzeitswebsite erwähnen.
Kleine Erfrischungen mit großer Wirkung
Manchmal sind es gerade die kleinen Dinge, die Gäste besonders positiv in Erinnerung behalten.
Fächer bei der Trauung sind beispielsweise nicht nur praktisch, sondern lassen sich auch wunderbar in die Dekoration integrieren. Ihr könnt sie auf den Sitzplätzen verteilen oder gemeinsam mit dem Programm der Trauung bereitstellen.
Auch kleine Erfrischungstücher, Sonnencreme, Deodorant oder Gesichtsspray können in einem Notfallkörbchen auf den Toiletten angeboten werden.
Eine weitere schöne Idee ist eine kleine „Cooling Station“ mit Wasser, Fächern und Sonnencreme. Gerade bei Hochzeiten, die über längere Zeit im Freien stattfinden, kann sie zu einem praktischen Bestandteil eures Hochzeitskonzepts werden.
Denkt auch an eure Hochzeitsdienstleister
Nicht nur ihr und eure Gäste verbringen viele Stunden auf eurer Hochzeit. Fotografen, Videografen, Musiker, DJs, Wedding Planner und andere Dienstleister sind teilweise vom frühen Vormittag bis spät in die Nacht im Einsatz.
Gerade Dienstleister, die viel im Freien arbeiten, sind ebenfalls der Hitze ausgesetzt.
In der Regel sind professionelle Hochzeitsdienstleister darauf vorbereitet. Trotzdem ist es eine schöne Geste, dafür zu sorgen, dass auch für sie ausreichend Wasser und gegebenenfalls ein schattiger Platz zur Verfügung stehen.

Blumen und Dekoration vor der Hitze schützen
Hohe Temperaturen können auch Auswirkungen auf eure Hochzeitsdekoration haben. Besonders frische Blumen reagieren teilweise empfindlich auf direkte Sonne und Hitze.
Besprecht deshalb mit eurer Floristin oder eurem Floristen, welche Blumen für eure geplante Hochzeit und Location geeignet sind. Manche Sorten kommen mit sommerlichen Temperaturen deutlich besser zurecht als andere.
Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle. Dekorationen und Blumenarrangements sollten nach Möglichkeit nicht bereits viele Stunden vor der Feier in der prallen Sonne stehen.
Das gilt übrigens auch für Gastgeschenke. Schokolade oder andere temperaturempfindliche Geschenke sind bei einer Hochzeit im Hochsommer möglicherweise nicht die beste Wahl – zumindest dann nicht, wenn sie längere Zeit draußen liegen.
Vorsicht bei direkter Sonne während der Trauung
Bei einer Trauung im Freien wird häufig besonders viel Wert auf die Optik gelegt. Bei hohen Temperaturen sollte jedoch eines unbedingt berücksichtigt werden: Für ausreichend Schatten muss gesorgt sein.
Eine Trauung in der prallen Sonne kann selbst bei einer kürzeren Zeremonie schnell unangenehm werden. Sonnenschirme, Sonnensegel, Pavillons oder ein natürlich schattiger Platz unter Bäumen können dafür sorgen, dass eure Gäste die Trauung entspannt genießen können. Besonders wichtig ist das für ältere Gäste, Kinder und Personen, die Hitze weniger gut vertragen.
Denkt dabei auch an euch selbst und berücksichtigt den Sonnenstand zur geplanten Uhrzeit. Ein Platz, der am Vormittag noch im Schatten liegt, kann am Nachmittag bereits vollständig der Sonne ausgesetzt sein.
Auch für Hochzeitsfotos ist direkte, harte Mittagssonne nicht immer ideal. Besprecht deshalb mit eurer Fotografin oder eurem Fotografen, welche Bereiche und Uhrzeiten sich für eure Fotos besonders gut eignen.
Plant genügend Pausen ein
Ein eng getakteter Hochzeitstag kann schon bei normalen Temperaturen anstrengend sein. Bei großer Hitze wird ein voller Zeitplan noch schneller zur Belastung.
Versucht deshalb, nicht jeden Programmpunkt unmittelbar an den nächsten zu hängen. Kleine Pausen geben euren Gästen die Möglichkeit, etwas zu trinken, sich kurz zurückzuziehen oder einen schattigen Platz aufzusuchen.
Auch ihr selbst profitiert davon.
Ein paar Minuten in einem kühlen Raum können nach der Trauung oder dem Paarshooting Gold wert sein. Ihr könnt etwas trinken, euch kurz frisch machen und danach wesentlich entspannter zum nächsten Programmpunkt starten.

Was tun, wenn eine extreme Hitzewelle angekündigt wird?
Zeichnet sich wenige Tage vor eurer Hochzeit eine außergewöhnlich starke Hitzewelle ab, solltet ihr gemeinsam mit der Location prüfen, ob Anpassungen sinnvoll sind.
Vielleicht kann die Trauung an einen schattigeren Platz verlegt werden. Vielleicht lässt sich die Agape teilweise nach drinnen verlagern oder ein Programmpunkt zeitlich verschieben.
Dabei gilt: Sicherheit und Wohlbefinden gehen vor der ursprünglichen Planung.
Eine Hochzeit wird nicht weniger schön, nur weil ihr spontan einen Teil des Tages verändert. Im Gegenteil: Eure Gäste werden es vermutlich sehr zu schätzen wissen, wenn ihr auf außergewöhnliche Temperaturen reagiert.
Informiert bei größeren Änderungen auch eure wichtigsten Dienstleister. Wedding Planner, Fotografen, Videografen, Musiker oder Caterer können sich so ebenfalls auf den angepassten Ablauf einstellen.
Vergesst den Plan B für schlechtes Wetter trotzdem nicht
So paradox es klingt: Auch wenn ihr euch intensiv mit Hitze beschäftigt, sollte der klassische Schlechtwetterplan nicht fehlen.
Sommerwetter kann schnell umschlagen. Auf einen heißen Nachmittag können Gewitter, starker Wind oder heftiger Regen folgen.
Eine gute Hochzeitslocation sollte deshalb idealerweise sowohl für Hitze als auch für Regen passende Möglichkeiten bieten.
Fragt bei der Besichtigung oder spätestens bei der Detailplanung ganz konkret nach: Wo findet die Trauung bei Regen statt? Welche Bereiche bieten Schatten? Gibt es klimatisierte Innenräume? Können Programmpunkte kurzfristig verlegt werden?
Je genauer ihr diese Fragen im Vorfeld klärt, desto entspannter könnt ihr der Wettervorhersage in der Hochzeitswoche entgegenblicken.
Sommerhochzeit trotz Hitze? Unbedingt!
Hohe Temperaturen müssen euch die Freude an einer Sommerhochzeit nicht nehmen. Entscheidend ist vor allem, dass ihr Hitze genauso selbstverständlich in eure Planung einbezieht wie die Möglichkeit von Regen.
Schatten, ausreichend Getränke, ein durchdachter Zeitplan und kleine Erfrischungsmöglichkeiten können einen enormen Unterschied machen. Gleichzeitig solltet ihr euch nicht unter Druck setzen, jedes Detail perfekt kontrollieren zu wollen – das Wetter gehört zu den wenigen Dingen, die sich auch bei der besten Hochzeitsplanung nicht bestimmen lassen.
Und vielleicht liegt genau darin ein Teil des Charmes einer Sommerhochzeit: ein warmer Abend, eure Gäste sitzen noch lange draußen, die Sonne geht langsam unter und die Feier verlagert sich irgendwann unter einen sternenklaren Himmel.
Wenn ihr euch auf unterschiedliche Wetterlagen vorbereitet, könnt ihr genau diese Momente genießen – ganz unabhängig davon, ob das Thermometer an eurem Hochzeitstag 24 oder 34 Grad zeigt.
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